Review New York Jets @ Miami Dolphins

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Quelle: Twitter

Das Spiel:

Nachdem der Spielplan der NFL kurzfristig geändert wurde, mussten die Dolphins in Woche 6 nicht nach Denver fliegen, sondern besiegten im heimischen Miami die New York Jets mit einem 24-0 Shutout. Miami geht also in die kommende Bye Week mit einem respektablen 3-3 Record und ist vorrübergehend auf Platz 2 der AFC East vor New England und den New York Jets.
Miami startete stark und ging im ersten Quarter durch einen receiving Touchdown von Adam Shaheen in Führung. Im zweiten Quarter legten die Dolphins durch receiving Touchdowns von Preston Williams und Durham Smythe nach und das Spiel ging mit 21-0 für Miami in die Halbzeit.
In der zweiten Halbzeit war von der Miami Offensive außer einem 24 Yard Field Goal von Jason Sanders nichts mehr zu sehen und so dümpelte sich das Spiel zum Endstand von 24-0 für die Dolphins.
Die Miami Defensive wirkte über das gesamte Spiel dominant, was gegen eine sehr schwache Jets Offensive aber nichts heißen muss.
Beim Ansehen der Jets Offensive erinnerte man sich stark an die 2018 Dolphins. Uninspiriertes Play Calling von Adam Gase, unmotiviert wirkende Spieler, unnötige Strafen und viele vermeidbare Leichtsinnsfehler.

Das Highlight des ansonsten unspäktakulären Spiels war der erste NFL Auftritt von First Round Pick Tua Tagovailoa. Der zukünftige Franchise Quarterback der Dolphins übernahm die letzten 2 Minuten und 27 Sekunden für Ryan Fitzpatrick. Tua übergab 3 Mal den Ball an Matt Breida und komplettierte 2 von 2 Passversuchen.

Offensive:

Die Dolphins Offensive startete stark und konnte in der ersten Hälfte drei Touchdowns verbuchen. Dabei attackierte Miami die Jets Defensive hauptsächlich mit Läufen und Passen auf die Running Backs und Tight Ends. Myles Gaskin hatte mit 18 Läufen für 91 Yards (Ø5,1 Yards) und 4 von 4 gefangenen Pässen für 35 Yards einen herrausragenden Tag. Mike Gesicki hatte einen ruhigen Tag (0 von 2 gefangene Pässe), was in der Hauptsache daran lag, dass er durch die Jets Defensive meist gedoppelt wurde. Das öffnete allerdings Räume für die anderen beiden Tight Ends Shaheen und Smythe, die jeweils einen Touchdown für sich verbuchen konnten. Tight Ends waren das Thema der ersten Hälfte. Miami spielte viel aus 12er und 22er Personal. Beim Touchdown von  Smythe sogar im 13er Personal mit drei inline Tight Ends. Selbst als die Dolphins 4 oder 5 Receiver auf dem Feld hatten, waren in der ersten Hälfte immer zwei davon Tight Ends, die als Receiver aufgestellt waren.
In der zweiten Halbzeit wichen die Dolphins von dieser Strategie ab und spielten meist in 11er und 21 Personal. Auch mit 4 oder 5 Receivern auf dem Feld, stellte Miami nur noch einen Tight End als Receiver auf.
Ryan Fitzpatrick hatte mit 18 angebrachte Pässe bei 27 Versuchen für 191 Yards, 3 Touchdowns und 2 Interceptions einen durchwachsenen Tag. Zu seiner Verteidigung muss man sagen, dass er nach einem Personal Foul von Jordan Jenkins nicht mehr ganz frisch wirkte. Seine Reads waren langsamer und seine Würfe ungenauer als das vor dem Foul der Fall war.

Beste Spieler:

Myles Gaskin:
Gaskin hatte mit 126 Yards from Scrimmage wieder ein sehr starkes Spiel und ist mittlerweile die klare Nummer 1 im Running Back Room.
Adam Shaheen:
Shaheen hatte mit 3 von 3 gefangenen Pässen für 51 Yards und 1 Touchdown den besten Tag der Dolphins Tight Ends und Receiver.

Defensive:

Die Dolphins Defensive spielte dominant und konnte mit der frühen Führung im Rücken den gegnerischen Quarterback das gesamte Spiel konstant unter Druck setzen. Der gegen die Jets sehr starke Dolphins Passrush konnte, angeführt von Emmanuel Ogbah, 3 Sacks und 10 Quarterback Hits generieren. Durch diesen massiven Druck, gepaart mit der sehr guten Secondary der Dolphins, konnte Miami Joe Flacco auf gerade Mal 21 vollständigen Pässen bei 44 Versuchen für 186 Yards und einer Interception halten. Dazu kamen noch 38 negative Yards durch Sacks.
Einzig die Laufverteidigung zeigte mit 115 (Ø 5,2) zugelassenen Yards kleine Schwächen. Im Anbetracht der Null Punkte der Jets ist das aber Kritik auf sehr hohem Niveau.
Nick Needham hat sich mittlerweile als Nickelback fest gespielt und macht einen soliden Job, auch wenn er gegen die Jets viel Hilfe bekommen hat.
Auch Andrew van Ginkel und Zach Seiler erspielen sich mehr und mehr Snaps. Sam Eguavoen, der Andrew van Ginkel nach dessen Verletzung erstetzen musste, machte ein solides Spiel.

Beste Spieler:

Emmanuel Ogbah:
Ogbah dominierte die Line of Scrimmage mit 5 Tackles (2 for Loss) 2 Sacks und 4 Quarterback Hits.
Christian Wilkins:
Wilkins ebenfalls mit einer dominanten Leistung, 5 Tackles (1 for Loss) 1 Sack 1Quarterback Hit und 2 abgeschlagene Pässe stehen für ihn zu Buche.
Xavien Howard:
“X” ließ in 4 Pass versuchen 0 Catches zu und machte eine Pass Defense und einen INT. Es war bereits das 3. Mal in 4 Spielen, dass er 0 Catches erlaubte.

Coaching:

Das Team war von den Coaches sehr gut eingestellt und dominierte vor allem Defensiv. Jamison Crowder wurde oft gedoppelt und war somit trotz 13 Targets (7 erfolgreich für 48 Yards, Ø6,9 Yards) kein großer Faktor. Miami machte von allen Positionen Druck und ließ Flacco nie ins Spiel kommen.
Offensiv hatte das Spiel zwei Seiten: Die Dolphins starteten mit einem Variablen und kreativen Playcalling. Die Jets verteidigten tief und wollten keine langen Pässe zulassen. Diese Strategie hebelten die Dolphins über Läufe und kurze Pässe  aus. In der Redzone zeigten sich die Dolphins ebenso kreativ und punkteten durch kluge Spielzüge und Missmatches.
Beim Touchdown durch Durham Smythe konzentrierten sich die Jets Defensive so sehr auf Adam Shaheen, der im vorhergehenden Spielzug 43 Yards erfangen hatte, dass Gesicki und Smythe frei in der Endzone standen.
Warum man in der Halbzeit die Offensive Strategie wechselte, bleibt wohl das Geheimnis der Miami Coaches. Möglicherweise wollte man zukünftigen Gegnern nicht mehr als nötig des Playbooks eröffnen, das ist aber reine Spekulation.

 

Fazit:

Die Dolphins besiegen ungefährdet und dominant ein schwaches Jets Team, das augenscheinlich nicht mehr so richtig für Adam Gase spielen möchte. Das gleiche Problem kennen und hatten wir in Miami 2018. Ein NFL Team, egal wie vermeintlich schwach, zu Null zu besiegen, ist allerdings eine sehr respektable Leistung.
Miami steht das erste Mal in Brian Flores Zeit als Head Coach der Dolphins bei einem ausgeglichenen Record und kann mit diesem guten Gefühl in die vorverlegte Bye Week gehen. Im Spiel gegen die Jets hatte Miami viele kleine Verletzungen (van Ginkel, Parker, ua), die es jetzt zu kurieren gilt. Nach der Bye Week sind die LA Rams in Miami zu Gast, die gerade gegen die verletzungsdezimierten 49ers eine überraschende Niederlage einstecken mussten.