Review Miami Dolphins @ San Francisco 49ers

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Quelle: Twitter

Das Spiel

Die Miami Dolphins kehren von ihrem West Coast Trip zu den San Francisco 49ers mit einem überzeugenden Sieg in der Tasche zurück. Das Team von Head Coach Brian Flores war hervorragend auf den Gegner eingestellt und dominierte die Heimmannschaft von der ersten Minute an.

Miami gewann den Münzwurf und schickte zunächst die Verteidigung auf das Feld, die gegen die Offense der 49ers mit einem schnellen „3 and out“  das erste Ausrufezeichen setzte. Die Offense von Miami attackierte von Beginn an aggressiv die stark verletzungsgeschwächte Secondary von San Francisco mit langen Pässen (gleich der erste Pass war eine 47 Yard Bombe auf Preston Williams) und ging im ersten Quarter mit 14-0 in Führung. (TD Pass von Fitzmagic auf TE Adam Shaheen und später ein TD Lauf durch Miles Gaskin).

Im zweiten Quarter nutzten die 49ers ihre gute Feldposition und beendeten den 49 Yards Drive mit einem TD Lauf durch FB Kyle Juszczyk und verkürzten somit auf 14:7. Den Rest des zweiten Quarters übernahmen die Dolphins und antworteten direkt mit einem TD in einem 78 Yards Drive und drei FGs zum Halbzeitstand von 30:7. Hierbei hatte San Francisco noch Glück, dass Miami aus zwei INTs von Jimmy Garoppolo nicht mehr Kapital schlagen konnte und „nur“ zwei FG erzielte.

Nach der Pause setzte SF Head Coach Kyle Shanahan seinen Starting QB als „Schutzmaßnahme“ auf die Bank und brachte Backup QB C.J. Beathard ins Spiel. Die Maßnahme ist insofern verständlich, weil Jimmy G nach der Rückkehr aus 2 Spielen verletzungsbedingter Abwesenheit kein gutes Spiel machte, in der ersten Hälfte teilweise heftige Hits und 3 Sacks einstecken musste und möglicherweise durch den verletzten rechten Knöchel eingeschränkt war. Zumindest erschienen einige seiner Pässe eher als Flatterbälle, denn als „nice spirals“. QB Beathard spielte zwar etwas besser (immerhin warf er keine INTs, verlor aber einen Fumble) aber auch er konnte nur einen TD Drive (erster Drive des 3.ten Quarters) produzieren und dieser wurde noch durch zwei, sagen wir mal „fragwürdige“, Calls der Schiedsrichter tatkräftig unterstützt. Miami antwortete im folgenden Drive mit einem langen TD Pass auf Preston Williams nachdem sie zuvor bei 4 und 1 Yard einen erfolgreichen Punt Fake durchgezogen hatten.  In der Punt Formation zogen sie einen Direct Snap Lauf durch, in der Folge legte Breida einen Schlüsselspielzug über 31 Yards auf und Miami erhöhte in der Folge auf 37:14.  Somit war das Spiel Mitte 3 Quarter fast schon entschieden und SF konnte im weiteren Verlauf nur noch 1 FG erzielen. Miami spielte clevere, zeitraubende Drives und konnte dabei mit zwei weiteren FGs auf den Endstand von 43:17 erhöhen.

Offensive

Die Dolphins Offensive erwischte einen traumhaften Start und dominierte, angeführt von einem grandios aufspielenden QB Fitzpatrick, das Passspiel nach Belieben. Der Mut zu langen Pässen wurde belohnt und daran ersichtlich, dass die intended air yards für Fitzi bei 8 über die gesamte Saison liegen, im Spiel gegen die Niners aber 9,9 Yards zu Buche standen. Auch musste er nur in 7,1% in enge Fenster werfen, der viertniedrigste Wert in Woche 5. Vor allem 49ers CB B.Allen wurde immer wieder Opfer langer Pässe bis die SF Coaches ihn auf die Bank verbannten. Am Ende hatte QB Fitzmagic ein 154,5 Passer Rating mit 78,5% Completion Rate und 5 Big Plays über 27 Yards. WR Preston Williams konnte nach verhaltenem Saisonstart endlich einmal eine gute Leistung abrufen (106 Yards in 4 Receptions und 1 TD).  Die O-Line der Dolphins machte ein sehr gutes Spiel im Pass Blocking und gab QB Fitzpatrick die nötige Zeit und Sicherheit um seine Pässe gezielt anzubringen. Dies ist besonders hervorzuheben, da starting LT Jackson verletzungsbedingt aussetzen musste und die O-Line daraufhin neu formiert wurde. Als LT spielte Jesse Davis und Rookie Robert Hunt absolvierte sein erstes Spiel als starting RT. Dabei machte er ein hervorragendes Spiel gegen einen starken Gegenspieler in DE Arik Armstead.

Bei all der Euphorie bleibt weiterhin zu bemängeln, dass das Laufspiel zwar verbessert erscheint, aber noch nicht völlig rund läuft und auch die O-Line im Run Blocking noch Defizite aufweist. Eine der wenigen schlechten Leistungen in der Offense kam von Jakeem Grant, der einen Punt nicht richtig unter Kontrolle bringen konnte, einen wichtigen Third Down Pass fallen ließ und einen End-Around für -12 Yards erlief. Zusammen mit einem gefangenen Pass für 6 Yards erzielte er somit in Summe -6 Yards für die Offense.

Beste Spieler:

Ryan Fitzpatrick:
Ein fast perfektes Spiel: 22 von 28 Pässen sind für 350 Yards angekommen.  3 TDs und 0 INTs.

O-Line:
Die junge und neu formierte O-Line erlaubte nur 2 Sacks und hielt Fitzpatrick den Rücken weitestgehend frei. Vor allem Hunt und Kindley hatten ein tolles Spiel und ließen zusammen nur 3 Pressures und keinen Sack zu.

Defensive

Die Defensive der Dolphins war hervorragend auf den Gegner eingestellt. Durch die frühe Führung war SF gezwungen öfter zu passen, als ihnen lieb war und diesen Umstand machte sich die D-Line und die Linebacker der Dolphins zu nutze. Durch viele verschiedene Blitze der Linebackers und Stunts der D-Liner konnten sie die QBs der 49ers immer wieder unter Druck setzen und zu frühen, überhasteten Würfen zwingen. So erzielte die Defense 5 Sacks und zwei „Forced Fumbles“, von denen  zwar  SF einen wieder sicherte, aber Jimmy G nachhaltig einschüchterte. Hier sind van Ginkel und Emanuel Ogbah lobend zu erwähnen.

 Die Secondary profitierte vom Druck der Front 7 und machte ebenfalls ein hervorragendes Spiel. Die Rückkehr von Byron Jones brachte Stabilität in Passverteidigung und erlaubte den Safeties sich freier zu bewegen. Neben den INTs von Xavien Howard und Bobby McCain ist noch die Leistung von Strong Safety Eric Rowe hervorzuheben, denn er entwickelt sich immer mehr zum TE-Eliminierer und hielt Star TE George Kittle auf 4 Catches bei 8 Targets und 44 Yards.

Die Dolphins Verteidigung hat eindrucksvoll bewiesen, dass das „Defensive Scheme“ besonders gut greift, wenn das Team in Führung ist. Ob die Defense auch dominieren kann, wenn man hinten liegt und der Gegner ein gutes Laufspiel hat, das bleibt noch offen.

Beste Spieler:

Andrew van Ginkel und Emanuel Ogbah:
Beide hatten einen Strip Sack und gute Stops gegen den Lauf

Xavien Howard:
Er scheint wieder seine frühere Form zu erreichen und machte eine INT, einen PBU (pass broken up) und ließ bei 4 Versuchen 0 gefangene Bälle zu.

Coaching

Diese Woche war das Coaching sehr gut. Das Team war sehr gut vorbereitet und auf den Gegner eingestellt. Die Strategie, die verletzungsgeschwächte Secondary der 49ers früh und tief anzugreifen ging voll auf. Ebenso die defensive Strategie die QBs mit vielen verschiedenen Blitzen (und Blitzern) unter Druck zu setzen und zu verwirren. Der Fake Punt Call bei 4 – 1 war mutig und richtig und die O- Line führte die  von O-Line Coach Steve Marshall antrainierten Pass Blocking Techniken sehr gut aus, was OC Chan Gailey im Interview bestätigte.

 

Fazit

Die Dolphins liefern eine perfekte Teamleistung ab und gewinnen verdient und dominant gegen überforderte und verletzungsgeschwächte SF 49ers. So ein Auftritt mach Lust auf mehr und man kann hoffen, dass das nächste Spiel mit gleichem Elan und Enthusiasmus angegangen wird. Wenn jetzt das Laufspiel noch besser in Fahrt kommt und keine größeren Verletzungen passieren, dann können die Dolphins in dieser Saison noch einige Siege erringen.