Preview N.Y. Jets @ Miami Dolphins

  • Beitrags-Kategorie:Preview
  • Lesedauer:7 Minuten zum Lesen
Quellle: www.lineups.com

Das Match:

Die Miami Dolphins empfangen am 6. Spieltag im heimischen Hardrock Stadium einen altbekannten Gast. Adam Gase und seine bisher sieglosen N.Y. Jets versuchen in Miami die bisher katastrophal verlaufende Saison mit einem Auswärtssieg gegen den Divisions-Rivalen noch irgendwie in bessere Bahnen zu lenken. Ausgerechnet gegen sein altes Team, welches durch einen deutlichen Sieg gegen die 49ers vor Selbstvertrauen strotzt, muss Gase eine Art Schicksals-Spiel absolvieren. Er ist in New York bereits angezählt, hat trotz heftiger Kritik entschieden das offensive Playcalling weiterhin selbst durchzuführen und zudem noch nach internen Querelen seinen teuren RB Levon Bell entlassen. Eine weitere Niederlage könnte Ihn den Job kosten. Werden sich die Spieler der Jets hinter ihn stellen und sich gegen den vermeintlichen Favoriten (Miami ist aktuell 8 Punkte Favorit bei den Buchmachern) auflehnen oder wird das Team aus EAST RUTHERFORD, N.J. sang- und klanglos untergehen? Für Miami könnte das Spiel gefährlich werden, wenn sie den Gegner unterschätzen und für die Jets mal ausnahmsweise alles richtig läuft.

Der Gegner:

Die Jets sind eigentlich mit hohen Erwartungen in die Saison gestartet. QB Sam Darnold sollte in seinem dritten Jahr einen großen Sprung machen und es wurden viele Offseason-Moves getätigt, um den wertvollen Spieler zu schützen (OG van Roten, OT Fant, C McGovern und Rookie LT Becton). Doch der Angriff des vermeintlichen „Offensive Guru“ Adam Gase bleibt auch in diesem Jahr wieder weit hinter seinen Erwartungen. Das ganze Team, aber vor allem die Offense begeht immer wieder gravierende individuelle Fehler in entscheidenden Momenten und spielt sehr undiszipliniert (4. meisten Penalties in der NFL). Phasenweise zeigt N.Y. guten Football doch dann finden sie doch wieder einen Weg zu verlieren. Ein Kommentator hat es ganz treffend zusammengefasst: „a team of almost….. almost a first down, almost a touchdown but then the Jets are self destructing“. Aktuell ist das Team auf Platz 31 in der Offense (32 Pass Offense und 21 Lauf Offense) und auf Platz 25 in der Defense.

Die Offense wird eigentlich von Sam Darnold angeführt, der bisher durchwachsene Leistungen bot (59,4% completion rate trotz nur 7,7intended air yards).  Teilweise warf er haarsträubende Interceptions und dann machte er wieder spektakuläre Big Plays indem er erst dem Pass Rush auf wundersame Weise entkommt und dann noch einen präzisen Pass anbringt. Allerdings fällt er für dieses Spiel verletzungsbedingt aus und Joe Flacco wird sein zweites Spiel der Saison als Starter absolvieren. Im Spiel gegen die Cardinals sah er allerdings alles andere als überzeugend aus. Er geriet häufig unter Druck, überwarf und übersah freie Receiver und wurde 3 Mal gesackt. Zu seiner Verteidigung sollte erwähnt werden, dass ohne die verletzten WR Perriman und Mims eigentlich nur eine gute Anspielstation verfügbar war. Slot Receiver Jamison Crowder ist ein sehr guter und gefährlicher Passempfänger, der gegen die Cardinals mit 8 Catches für 116 Yards und 1 TD ein hervorragendes Spiel absolvierte (es war das dritte 100 Yards Spiel in Folge für ihn). Außerdem ergänzt er pro Fang 4,8 yards after catch. Die anderen Receiver boten desolate Leistungen ,z.B. WR Jeff Smith konnte bei 11 Targets nur 3 Catches für 23 Yards machen und lies einen TD Pass durch seine Finger gleiten (… almost…). Auffällig war, dass sich die Receiver (abgesehen von Crowder) nicht frei laufen konnten. Falls Breshard Perriman am Sonntag einsatzbereit ist, könnte er die nötige Geschwindigkeit aufs Feld bringen, um die Secondary der Dolphins vertikal zu strecken, damit mehr Platz für die anderen Receiver entsteht. Das Laufspiel ist ganz ordentlich allerdings müssen die Jets früh davon ablassen, da sie sehr oft früh in Rückstand geraten. Frank Gore ist auch in seinem 16. Jahr in der NFL noch immer eine Bank, allerdings hat er diese Saison bei seinen 64 Laufversuchen für 204 yards nur in knapp 10% eine „loaded box“ gesehen (zum Vergleich; Gaskin lief in seinen ebenfalls 64 Versuchen zu einem Drittel in eine loaded box). Glücklicherweise trennten sich die Jets vor ein paar Tagen von Le’veon Bell und somit haben die Dolphins eine Sorge weniger. Die 3rd down conversion rate ist mit 34,8% eine der schlechtersten der Liga und gegen die Cardinals wurden mehrfach 3 down and 1 oder 4 down and 1 nicht gemeistert.

Die Verteidigung unter DC Gregg Williams spielt eine aggressive 3-4 Defense, die sich auf das Lauf stoppen fokussiert und in offensichtlichen Pass Situationen viele verschiede Blitz Packages verwendet, um Druck auf den QB zu machen. Das Run Stopping funktioniert in der Regel ganz gut, aber  gelegentliche Big Plays (wie z.B. der 80 Yard Lauf von Raheem Mostert) lassen die Stats etwas schlechter aussehen (128,6 Yards pro Spiel; 4,2 Yards pro Versuch; 5 Läufe über 20 Yards und 3 Läufe über 50 Yards zugelassen). Die Linebacker sind gute Laufverteidiger, haben aber Problem in der  Passverteidigung gegen schnelle RBs. Die robuste D-Line wird angeführt von DE/DT Quinnen Willimans und lässt sich nur sehr schwer von der LOS bewegen. In der Secondary ist Nickel Corner Brian Pool der beste Spieler (PFF Grade 78,3, 9. Bester Wert der CBs in der NFL).  Schwachstelle ist hier undrafted Rookie CB Lamar Jackson, der gegen De’Andre Hopkins eine Lehrstunde erhielt und viele Big Play abgab (es hat halt jeder seinen Noah I. 😊). Die Secondary spiel viel Zone Defense und versucht das Spiel vor sich zu halten. Dabei spicken die CBs immer wieder ins Backfield, um die Augen des QB zu lesen und dann die Pässe abzuwehren oder gar abzufangen. Dabei kann es passieren, dass sie auf der Außenbahn überlaufen werden und ein Big Play kassieren, wenn der QB genügend Zeit hat. Die Secondary der Jets ist auf dem letzten Platz, wenn es darum geht, Passe über 10 Yards zuzulassen (67,3% Completion Rate).

Schlüssel zum Sieg:

– Guter Start ins Spiel

Die Jets wurden in den bisherigen Spielen in 2020 in der ersten Halbzeit mit 29-100 „outscored“. Wenn Miami diese Startschwäche der Jets nutzen und früh in Führung gehen kann, dann kommen die Jets unter Druck und machen Fehler. Außerdem schlägt es auf die Moral, wenn ein Team immer wieder hinten liegt und gegen eine drohende Niederlage kämpfen muss.

– Laufspiel der Jets stoppen

Ein weiterer Schlüssel ist es das Laufspiel der Jets zu stoppen. Wenn dann noch Punkt 1. greift (guter Start ins Spiel), dann wird die Offense von Adam Gase schnell eindimensional und Miami kann auf QB Jagd gehen. Joe Flacco ist nicht der beweglichste QB und seine Receiver haben Schwierigkeiten sich frei zu laufen. Das ist eine gute Chance für die Defense  turnovers zu forcieren und das Spiel zu entscheiden. Vermutlich werden Zach Sieler und Raekwon Davis den verletzten Godchaux auf der DT Position vertreten, um den Lauf zu stoppen.

Key Matchups:

– WRs vs. Secondary

 Wie schon gegen die 49ers, ist es auch gegen die schwache Jets Secondary wichtig, dass die WRs der Dolphins  ihre 1-1 Matchups gewinnen und gute lange Pässe fangen. Vor allem wenn Parker oder Williams gegen CB Jackson spielen und der Safety weit weg ist, dann müssen diese Chancen genutzt werden.

– Nickel Corner vs. Jamison Crowder

Jamison Crowder ist DIE verlässliche Anspielstation für Flacco in fast allen Pass-Spielzügen. Nimmt man ihm diese Option, dann muss er auf die anderen WRs ausweichen, die deutlich schlechter sind als Crowder. Allerdings hat Nickel Corner Needham bisher sehr durchwachsene Leistungen gezeigt und begeht recht viele Holding Penalties. Vielleicht stellen die Dolphins einen anderen CB für Crowder ab.

-Miami O-Line vs. Jets Blitzer

Fitzpatrick hat gegen die 49ers eine Glanzleistung abgelegt und soll dies gegen die Jets idealerweise wiederholen. Hierzu muss die O-Line dem QB genügend Zeit verschaffen, dass sich die WRs frei laufen könne, Fitzpatrick seine Pässe anbringen und aus Fitzpatrick àFitzmagic werden kann. Vor allem  die Crossing Routes über die Mitte und die Zonen zwischen LB und Safeties sind bei den Jets oft frei, wenn man den Blitzer vom QB fern halten kann.

Key Injuries (OUT oder DNP)*:

– Miami Dolphins
LT Austin Jackson, DT Godchaux, 

– N-Y. Jets
QB Sam Darnold, OT Mekhi Becton, RB Frank Gore

* Stand des Injury Reports von Donnerstag, 15.10.2020