Preview Miami Dolphins @ N.Y.Jets

  • Beitrags-Kategorie:Preview
  • Lesedauer:8 Minuten zum Lesen

Das Match:

Die Dolphins am 12. Spieltag zu Gast in East Rutherford, N.J. bei dem AFC East Rivalen New York Jets. Die Gäste aus Florida sind zwar -6,5 Punkte Favoriten im Spiel gegen die noch immer sieglosen Hausherren, dennoch wird es keine leichte Aufgabe werden. Zum Einen möchte das Team von HC Adam Gase auf keinen Fall eine 0-16 Saison abliefern (bisher gab es nur zwei 0-16 Teams seit 1978) und zum Anderen wäre es aus Sicht der Jets eine schöne Möglichkeit einem AFC East Konkurrenten einen Dämpfer für die Play-Offs-Hoffnung zu verpassen. Die Jets haben nichts mehr zu verlieren und können volles Risiko gehen. Der verbleibende „Strength of Schedule“ der Jets ist mit .617 der zweitschwerste der NFL. Daher wird das Team aus N.Y. seine Hoffnung darauf setzen, den von der letzten Niederlage noch verunsicherten Gegner zu bezwingen. Miami muss wach und vorbereitet sein, um diese vermeintlich peinliche Niederlage zu verhindern.

Der Gegner:

Die Jets sind aktuell in fast allen Kategorien das schlechteste Team der NFL (Platz 32 Total Offense, Passing Offense, Scoring Offense, Platz 31 Third Down Offense und Scoring Defense, sowie Platz 30 Passing Defense). Lediglich die Lauf Defense ist mit 111.7 erlaubten Lauf Yards pro Spiel in der oberen Hälfte der Liga (Platz 11). Die einzigen Statistiken, in denen die Jets mit deutlichem Vorsprung führen, sind die Wahrscheinlichkeit auf den First Pick Overall im 2021 Draft (aktuell 69% W’keit Jets, Platz 2 dann die Jags mit 27%), sowie die Anzahl der „Personal Fouls – Roughing the Passer“, wo sie mit 11 Strafen deutlich vor den zweitplatzierten Saints und Ravens mit jeweils 5 Strafen führen. Obwohl die Saison für die Jets bisher katastrophal verläuft, so kann man doch feststellen, dass sich das Team seit der ersten Begegnung am 6. Spieltag deutlich gebessert hat. Gegen die Chargers und N.E. Patriots gab es nur knappe Niederlagen und die Offense konnte immerhin 28 Punkte gegen die Chargers und 27 Punkte gegen NE erzielen. Grund hierfür sind die Rückkehr bzw. Genesung einiger wichtiger Spieler in der O-Line (z.B. OT Becton) und auf der WR-Position (B. Perriman und D. Mims), was auch einen positiven Einfluss auf das QB Play von Flacco hat. Dennoch bleiben die Jets die Jets. Ein undiszipliniertes Team (Platz 4 der meisten Strafen, Platz 1 der Strafen in der Defense), dass sich meist selbst besiegt, wenn man sie lässt.

In der  Offense stand die letzten zwei  Spiele Backup QB Joe Flacco für den verletzten Sam Darnold auf dem Feld und wird vermutlich auch das Spiel gegen die Dolphins antreten. Mit ihm „under center“ spielen die Jets deutlich andere Spielzüge als mit dem athletischeren und mobileren Sam Darnold. Zu Beginn der Partie versuchen die Jets nun stärker das Laufspiel zu etablieren, was dank der Rückkehr von Mekhi Becton über die linke Seite gegen die Chargers auch gut gelang. Wenn die Defense darauf mit einer 8 Man Box antwortet, kommt oft der tiefe Pass aus dem Play Action. Den Arm dazu hat Joe Flacco auf jeden Fall. Hier kommen die beiden schnellen WRs auf den Außenbahnen,  Perriman und Mims, zum Einsatz. Zum Einen schaffen sie viel Platz in den „underneath zonen“, da die Secondary sehr tief stehen muss, um sie zu decken und zum Anderen können sie im 1-1 Fall die CBs überlaufen und big plays erzielen (kein anderer QB hat mehr „intended air yards als er – 10.9 Yards à Sam Darnold hat z.B. 7,4 intended air yards). Slot WR Jamison Crowder hat somit mehr Raum, um sich Flacco als sichere Anspielstation zu positionieren. Frank Gore ist auch in seiner 16. Saison noch hoch motiviert und hat bereits verkündet, dass er seine vermutlich letzte Saison nicht mit 0-16 beenden wird. Gegen sein altes Team wird er nochmal sein Können zeigen wollen und die Dolphins haben bekanntermaßen keine gute Laufverteidigung.

— Update–

Laut HC Adam Gase wird nun doch Sam Darnold das Spiel als Starting QB beginnen. Darnold spielt um seinen Stammplatz und wird alles versuchen, um das Jets Front Office davon zu überzeugen, dass er der QB der Zukunft für die Jets ist bzw. falls die Jet einen QB draften (was zu erwarten ist), dass er für ein anderes Team als Starting QB infrage kommt.  Darnold ist deutlich mobiler als Flacco und die Dolphins müssen stärker darauf achten, dass er nicht selbst läuft oder dem Blitz entkommt und zusätzliche Zeit “erläuft”. Mit Ihm werden auch mehr Bootlegs gespielt und auf den Slot Receiver gepasst. Hierauf muss sich die Defense nun einstellen

DC Gregg Williams hat sich den Game Plan der Broncos gegen Miami mit Sicherheit genausten angeschaut und wird ihn mit hoher Wahrscheinlichkeit zumindest in Teilen kopieren. Schon gegen die Chargers hat er versucht, teilweise den Miami Game Plan anzuwenden, was aufgrund der schlechten CB Leistungen nicht so gut funktioniert hat. Das Spiel von Miami gegen Denver hat die Unzulänglichkeiten der Miami Oline aufgezeigt und man konnte sehen, dass Tua unter Druck oft nicht die richtigen Read machen konnte oder zu lange brauchte, den freien Receiver zu finden. Dies spielt DC Williams voll in die Karten. Denn er liebt es, gegnerische QB mit vielen, teilweise exotischen, Blitzes unter Druck zu setzen. Hierbei kommen oft auch die Nickel CBs zum Einsatz. Allerdings geht er damit aber ein hohes Risiko, denn somit fehlen diese Verteidiger in der Pass Coverage und die unerfahrenen CBs der Jets sind dann oft auf sich alleine gestellt. In der Secondary sind die Jets aktuelll sehr dünn aufgestellt und hatten gegen die Chargers 3 Rookies in der Starting Line Up. Die Laufverteidigung ist sehr solide und lässt wenig lange Läufe zu. Quinnen Williams ist der beste Spieler der D-Line und ist neben der Laufverteidigung auch ein guter Pass-Rusher. Die Linebacker sind eher Laufverteidiger, habe aber Probleme mit TEs und RB in den Zonen vor den Safeties. Die third down defense ist mit einer completion rate von 45.5% auf Platz 23 der NFL.

 

Schlüssel zum Sieg:

– Time for Tua

Die Secondary der Jets ist die schwächste der Liga, die Lauf Verteidigung gehört zu den Besseren der NFL. Wenn Miami viele Punkte erzielen will, muss dies über das Pass-Spiel erfolgen. Hierzu muss die Oline im Vergleich zum Denver Spiel deutlich besser werden (hier reichten teilweise einfache Stunts oder 1-1 Moves aus, um die Oline komplett zu überrennen). Die Receiver müssen ihre 1-1 Matchups gewinnen und auch anspielbar sein, wenn der Ball aufgrund von Pass Rush Druck schnell geworfen werden muss. Last but not least muss Tua die Ruhe bewahren, die richtigen Reads machen und manchmal den Ball auch in etwas „engere Fenster“ werfen, statt den Sack zu kassieren.

Key Matchup:  – Tua vs. Jets Defense

Hier könnte man viele Matchups aufzählen, die von entscheidender Bedeutung sind (z.B. Quinnen Williams vs. Ereck Flowers; Devante Parker vs. Lamar Jackson, Gesicki vs. Ashtyn Davis) doch am Ende kommt es vor allem darauf an, dass Tua ein gutes Spiel macht, auch wenn er vielleicht ein etwas höheres Risiko gehen muss. Seine Reads müssen schnell sein, seine Pässe präzise und vor allem muss er weniger Sacks nehmen.

– Pressure the QB

Wenn Joe Flacco genügend Zeit in der Pocket bekommt, kann er lange präzise Pässe auf seine schnellen Receiver werfen und somit Big Play kreieren. Bekommt er allerdings Druck und muss „off base“ werfen, sinkt seine completion rate drastisch und er macht viele Fehler. Hinzu kommt, dass er nicht sehr mobil ist und somit ein gutes Ziel in der Pocket darstellt. Allerdings kann Miami nur dann die „berüchtigten“ Zero Blitzes (oder angetäuschten Blitze) erzielen, wenn Flacco in 3-and-long Situationen kommt. Daher muss zunächst der Lauf gestoppt werden und dann im langen dritten Versuch den Druck zu bringen. So können die Drives der Offense schnell beendet und ggf. turnovers generiert werden.

— Update–
Obwohl die Dolphins auch gegen Darnold Druck machen werden, muss dem Laufspiel des mobilen QB Rechnung getragen werden.  Die “Zero Blitzes” werden auch ihn auf die Probe stellen, jedoch wird es schwerer sein, ihn tatsächlich zu erwischen.

Key Matchup: DE Lawson vs. OT Becton

Jet OT Mekhi Becton ist ein wahrer Koloss (6‘7; 369 lbs). Shaq Lawson muss zum Einen „Outside Contain“ im Laufspiel gegen ihn halten und zum Anderen Druck im Pass Rush aufbauen. Wenn Becton dieses Matchup dominiert und Gore viele Laufyards hinter ihm macht, dann haben die Jets viele 3-and -short und der Game Plan geht nicht auf.

– No Fly Zone for Jets

Flacco versucht regelmäßig  tiefe Pässe in 1-1 Coverage. Dies kann zu Big Play oder Pass Interference Strafen führen und die Offense kommt wie aus dem Nichts in „scoring position“. Miami muss seine exzellenten Cornerbacks richtig einsetzen, um diese Big Plays zu verhindern und schnelle 3-and-outs zu erzwingen.

Key Matchup:  Howard/ Jones vs. Perriman/Mims

Miami wird vermutlich viel Druck machen und oft nur maximal 1 Safety zur Hilfe in der Secondary lassen. Howard und Jones dürfen nicht zu viel spekulieren oder sich überlaufen lassen, so wie es z.B. Jones gegen Arizona passiert ist.

Key Injuries (OUT oder DNP)*:

 – Miami Dolphins
 RB Salvon Ahmed, OG Solomon Kindley

– N-Y. Jets
CB, Brian Pool, OT Georg Fant, RB Lamical Perrine, LB Patrick Onwuasor, OL Chuma Edoga

* Stand des Injury Reports von Donnerstag, 28.11.2020