Preview Miami Dolphins @ Denver Broncos

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Das Match:

In Spiel-Woche 11 sind die Dolphins zu Gast in Denver, Colorado und messen sich mit den heimischen Broncos. Das 6-3 Team aus Miami hat aktuell eine Sieges-Serie von 5 Spielen und ist gegen die 3-6 Hausherren Favorit bei den Buchmachern (-3,5 Punkte). Obwohl die Broncos viele Verletzte haben und von Spiel zu Spiel sehr schwankende Leistungen bieten, darf man das Spiel nicht auf die leichte Schulter nehmen. Durch die Höhe des Stadions (ca. 1.600m über dem Meeresspiegel) ist es für die Gäste-Teams sehr schwer dort zu spielen.  Durch die „dünnere“ Luft gelangt weniger Sauerstoff in die Lunge, als die Spieler sonst gewohnt sind. Hierdurch werden die Athleten schneller müde, was das Heimteam dann im vierten Quarter ausnutzen kann. Immerhin scheint es gemäß aktuellem Wetterbericht nicht zu schneien oder zu regnen (9° C und sonnig).

 

Der Gegner:

Auch die Broncos gehören in 2020 zu den Teams, die viele Ausfälle bei den Spielern zu beklagen haben. In der Defense fehlen Stars wie Von Miller und Jurrell Casey und in der Offense der ehemalige Miami OT Ja’wuan James und WR Courtland Sutton. Das Team von HC Vic Fangio hat in dieser Saison oft Startschwierigkeiten und kommt nur schleppend ins Spiel. Hierdurch liegen sie oft zurück und müssen ein hohes Risiko gehen, um aufzuholen. Manchmal gelingt dies, aber oft geschehen dabei zu viele Turnovers und Fehler. Auch die Special Teams sind nicht immer ganz auf der Höhe und lassen z.B. sehr viel Kick-Return Yards (29,3 Yards pro Return; Platz 31 NFL) zu und haben auch nur 39,4 Net Punting Yards (Platz 24 NFL).

Die Offensive der „Wildpferde“ wird angeführt von QB Drew Lock, der allerdings nach dem Spiel gegen Las Vegas verletzt ist. Aktuell ist nicht klar, ob er spielen wird. Der 2nd Year QB bot in 2020 sehr durchwachse Leistungen und hat bisher 10 INTs bei 7 TDs geworfen (55% completion percentage; 6,3 Yards per Attempt; Passer Rating von 66,5). Er lässt sich teilweise viel Zeit in der Pocket (Time to Throw 2,93 sec) und kassiert somit viele Hits und Sacks (23; Platz 20 NFL). Vielleicht liegt es daran, dass das Team oft hinten liegt, aber Lock geht bei seinen Pässen ein sehr hohes Risiko ein und wirft oft in „tight windows“ oder double coverage in der Mitte des Feldes (18,9% Aggressivness; Platz 9 Next Gen Stats; Intended Air Yards Platz 9,7; Platz 3 NGS). Das Resultat ist dann ein Mix aus spektakulären Big Plays und eben halt auch katastrophalen Interceptions (10 INT à Platz 3 NFL der meisten INTS). Das junge und talentierte Receiving Core um die WRs Jeudy und Hamler sowie TE Noah Fant können sich immer wieder frei laufen (avg. separation  von 3 Yards) und erzielen auch gute yards after catch (ca. 5 yards avg.). Allerdings ist die catch ratio nur bei ca. 56%. Jerry Jeudy wird in der Offense als Big Play Receiver und Downfield threat eingesetzt, der auch Jump Balls und „contested catches“ gewinnen kann und Hamler spielt oft im Slot und läuft die „underneath routen“ oder auch end arounds. Die Passing Offense funktioniert am besten, wenn Lock einen Roll-Out nach rechts macht und unbedrängt das Feld scannen kann. Oft kommen dann Pässe auf Jeudy (crossing routes) oder er läuft selbst.  Im Laufspiel haben die Broncos mit Melvin Gordon und Phillip Lindsay zwei sehr gute RBs, die durch die frühen Rückstände allerdings nicht so oft zum Einsatz kommen (Lauf -Ratio 39% der Spielzüge). Wenn Gorden doch mal den Ball bekommt, ist er oft in der Lage den ersten Tackle zu brechen. Die O-Line ist solide im Lauf-Blocken (80% Power Success Rate, Platz 4 FO; Platz 12 FO in RB Yards mit 4,38), aber hat teilweise Schwächen in der Pass Protection (OC Lloyd Cushenberry III und RT Elijah Wilkinson –> Platz 74 von 74 OTs gemäß PFF).

 

Die 3-4 Base Verteidigung der Broncos spielt einen Mix aus verschiedenen Coverages, die sie auch gut verschleiern wobei die Tendenz zu mehr Zonenverteidigung geht. Die Secondary versucht das Spiel vor sich zu halten und sichere Tackles zu machen. Die „Boundary Corners spielen gut (vor allem CB Bryce Callahan) und die Safeties gehören zu den Besten der Liga. Vor allem Justin Simmons scheint überall auf dem Feld zu sein und hat eine unglaubliche „Range“ als „Deep Safety“, wenn er single high spielt. Druck wird über viele Blitzes und auch sehr viele D-Line Stunts erzeugt. Auffällig sind hier OLB/DE Bradley Chubb und LB Josey Jewell. Die Lauf-Defense ist eher schlecht (128.8  Yards per Game, Platz 23 NFL) und musste z.B. gegen Las Vegas über 200 Yards rushing abgeben. In der 3rd down defense sind die Broncos allerdings auf Platz 6 mit 38% completion rate.

 

 Schlüssel zum Sieg:

 – Start fast

Wie bereits mehrfach erwähnt, kommen die Broncos zu Beginn des Spiels etwas schwerer in die Gänge, während die Dolphins in den letzten Spielen von Beginn an hell wach waren. Diese Tendenzen müssen zum Vorteil der Dolphins ausgenutzt werden. Wenn die Defense am Anfang einige 3 and outs oder gar TOs erzwingen kann und die Offense Punkte erzielt, dann steht Denver mal wieder mit dem Rücken zur Wand und muss ein hohes Risiko eingehen, was dann hoffentlich zu weiteren TOs führt.

Key Matchup:  –

Eigentlich kann man hier niemanden hervorheben, denn das muss ein kompletter „Team-Effort“ in allen drei Phasen des Spiels sein. Möchte man trotzdem einen Schlüsselspieler erwähnen, würde ich hier Tua Tagovailoa nennen. Die Denver Defense wird ihn mit Sicherheit von Anfang an unter Druck setzen, um ihn zu Fehlern zu zwingen. Er muss einen kühlen Kopf bewahren und zur Not auch mal einen Ball wegwerfen, anstatt ihn in double coverage zu werfen.

 

– Win the turnover battle

In der Saison 2020 hat Denver bereits TOs abgegebem (16 INT, 5 Fumbles; Platz 32 NFL) und dieser Trend soll sich im Spiel gegen Miami hoffentlich fortsetzen. Hierzu muss die Defense in bekannter Manier den QB verschleierten Coerages und exotischen Blitzes unter Druck setzen und die Secondary muss die jungen, wilder WRs der Broncos in Schach halten. Die Miami Offense hingegen, sollte nur so viel Risiko gehen, wie nötig ist, denn der Gegner wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit selbst schlagen.

Key Matchup: Xavien Howard vs. Jerry Jeudy und Emanuel Ogbah vs. Elijah Wilkinson

“X” wird alle Hände voll zu tun haben, den sehr talentierten und athletischen Jeudy in Schach zu halten, denn Drew Lock scheut nicht davor 50-50 Bälle in die Coverage zu werfen (Achtung vor PI Strafen). Wenn die Secondary den QB zum Nachdenken bringt, hat Ogbah die nötige Zeit, um zum QB zu gelangen. OT Wilkinson hat gegen die LV Raiders schlecht ausgesehen und wird Ogbah nicht lange aufhalten können.

 

– Control the clock

Im Mile High Stadium zu spielen ist sehr anstrengend, daher sollte die Defense nicht zu lange auf dem Feld sein und vor allem auch nicht zu oft.  Zach Sieler war z.B. aufgrund der Abwesenheit von C. Wilkins in 83% der defensive snaps auf dem Feld. Das ist eigentlich zu viel für einen DT, vor allem in 1.600m Höhe. Idealerweise führt Miami in der Offense lange zeitkonsumierende Drives aus, um die Uhr zu kontrollieren, die gegnerische Defense müde zu machen und die eigene Defense frisch zu halten. Das heißt aber nicht, dass man nur noch läuft! Es muss eine gute Balance aus Läufen und effektiven Pässen gefunden werden.

Key Matchup: Salvon Ahmed vs. Broncos LBs

Im letzten Spiel hat Ahmed schon gute Ansätze im Laufspiel gezeigt und dies muss gegen die schlechte Broncos Lauf Defense ausgebaut werden. Hierbei muss er die Ruhe bewahren, denn es tun sich immer wieder Lücken in der Denver D für lange Läufe auf. Aber auch in der passing offense wird er, sowohl in der pass protection bei Blitzes, als auch als Passempfänger, gefragt sein. Da die Broncos gerne blitzen, sind RB Screens eine gute Option. Allerdings muss er dann den heranstürmenden Safeties ausweichen, wenn er ein big play machen will und/oder geduldig hinter seinem Lead Blocker bleiben. Aber auch die anderen Receiver und vor allem TEs müssen sich als sichere Anspielstationen freilaufen, damit Tua genügend „outlet“ Optionen hat.

 

Key Injuries (OUT oder DNP)*:

– Miami Dolphins
DT Godchaux (IR), RB  Myles Gaskin (IR), Preston Williams (IR), DT Christian Wilkins

– Denver Broncos
OT Ja’Wuan James, OLB Von Miller, WR Courtland Sutton,  DT Jurrell Casey, TE Jake Butt, DE Shelby Harris, TE Noah Fant,  ILB Joe Jones, QB Drew Lock, OT Jake Rodhers

 

* Stand des Injury Reports von Donnerstag, 19.11.2020