Preview K.C. Chiefs @ Miami Dolphins

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Das Match:

Zum vorletzten Heimspiel der 2020 Saison empfängt Miami den amtierenden Superbowl Champion Kansas City Chiefs im heimischen Hard Rock Stadium.  Das Team um Star QB Patrick Mahomes ist mit einem 11-1 Record schon für die Playoffs qualifiziert und kämpft mit Pittsburgh um den ersten Platz in der AFC und somit um die Bye Week in der ersten Runde. Für die Dolphins ist dieses Spiel der Auftakt in ein sehr schweres Rest-Programm im Dezember, welches über die Playoff-Teilnahme des Teams aus South Florida entscheiden wird. Es wird eine hochinteressante Partie in der die Nr. 1 Offense (Nr. 1. Yards, Nr. 1 Passing Yards, Nr. 2 Scoring) auf die Nr. 2 Scoring Defense (und Nr. 1 Third down, Nr. 2. Take Aways) trifft. In diesem Spiel kann alles passieren, wobei die Chief -2,5 Punkte Favoriten sind.

 

Der Gegner:

Über das Team von Andy Reid muss man eigentlich nicht viel sagen. Der letztjährige Super Bowl Champ spielt auch in 2020 eine sehr starke und dominante Saison. Angetrieben wird das Team von einer von Stars gespickten Offense, die eigentlich aus jeder Situation heraus punkten kann. Die Defense spielt solide und produziert recht viele Turnovers (Platz 7. in Take Aways und Platz 6. in Scoring Defense). Sie profitiert natürlich davon, dass KC oft in Führung liegt und die gegnerischen Teams viel riskieren müssen, um aufzuholen. HC Andy Reid, der zu den  besten Coaches der NFL gehört, bereitet sein Team für jedes Match immer bestens vor, präferiert eine aggressive Spielweise und hat auch immer viele Tricks im Gepäck. Wenn man etwas kritisieren möchte, dann dass die Chiefs aktuell recht viele Strafen kassieren (81 Strafen, Platz 31. NFL), von denen 56% auswärts begangen werden.

Die Offensive der Chiefs ist vermutlich das Beste, was die NFL aktuell zu bieten hat. Star QB und „golden child“ Pat Mahomes spielt eine unfassbar starke (31TDs -2 INTs; 113,8 Passer Rating). Er scheint in jeder Situation die Defense richtig zu lesen und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Gegnerischem Druck kann er meist geschickt ausweichen und bringt seine Würfe aus den unmöglichsten Wurfpositionen und Winkel an. Alleine gegen Denver hat er zwei Pässe komplett gegen die Laufrichtung präzise an den Mann gebracht. Vor allem gegen Zonenverteidigung scheint er zu brillieren, da er die Coverage schnell identifiziert und den Passempfängern immer in den Lauf bzw. in den freien Raum passt. Unterstützt wird Mahomes von einem der besten Receiving Corps in der Liga (Tyreek Hill, Sammy Watkins, Mercole Hardmann und Demarcus Robinson), welches vom Deep Threat über Possession Receiver und „Yards after Catch“ Receiver über alle nötigen Skill Sets verfügt, um zu dominieren. Pro Bowl TE Travis Kelce ist  ein echter „Zone Coverage Buster“. Er findet immer die Schwachstelle und dominiert aktuell das Pass Receiving unter den TEs mit 1.114 Yards und 8 TDs und ist noch auf Platz 2, wenn man auch die WRs hinzu nimmt. Hier wird er übrigens dicht gefolgt von Tyreek Hill mit 1.079 Yards und 13! TDs. Das Laufspiel mit den RBs Le’Veon Bell und Clyde Edwards-Helaire ist sehr respektabel und vor allem RB Bell ist im Pass-Spiel eine gefährliche Option. Die O-Line hat trotz 3 Ausfällen in der Starting Line-Up bisher nur 16 Sacks abgegeben. Pat Mahomes hat gemäß Next Gen Stats 2,86 Sekunden Zeit, bevor er wirft, wobei ein „Elite“ QB die O-Line auch immer besser aussehen lässt, als sie vielleicht wirklich ist. Die Offense in Summe ist eher Pass-lastig (60%), sehr kreativ und nutzt viele verschieden Formationen. Tyreek Hill wird oft in Motion geschickt, um ein günstiges Matchup zu identifizieren. Spielt er 1-1 und hat keinen Safety „over the top“, ist ein Big Play vorprogrammiert. Wenn die Safeties tief verteidigen, richtet TE Kelce den Schaden “underneath” an. –> Pick your Poison!

Die 4-2-5  Base spielt sehr aggressiv und variable. Es werden viele exotische Blitzes von CBs oder den Safeties durchgeführt. KC ist eines der wenigen Teams, die öfter Cover Zero Blitz spielen als Miami. Hierdurch ergeben sich aber auch Chancen, denn nicht alle CBs sind stark im 1-1. Vor allem, wenn sie einen CB (z.B. Breeland) gegen einen TE (spread out wide) aufstellen, lassen sie öfter Big Plays zu. Zudem spekulieren die CBs viel und möchten Turnovers forcieren. Man muss immer ein Auge auf die Safeties haben (vor allem Tyrann Mathieu), ob sie wirklich blitzen oder nicht in die Zone „droppen“. Der Honey Badger und Soerensen sind die Playmaker in der Secondary, die sehr variabel eingesetzt werden. Gegen junge QBs (wie z.B. Tua) spielen sie oft in der Box, um den QB zum Pass zu zwingen und ggf. auch zu blitzen. In der D-Line spielen mit DT Chris Jones und DE Frank Clark zwei sehr gute Verteidiger, die viel Druck aufbauen können. Mit dem Laufspiel hat die Defense etwas Probleme. Größte Schwachstelle in der Defense sind die Linebacker, die massive Probleme in Pass Coverage gegen TEs haben und auch in der Laufverteidigung nicht  überzeugen. Wenn die Defense aggressiv blitzt, sind screen Pässe auf die RBs oder auch WR Screens ein probates Mittel, denn die KC CBs verpassen recht viele tackles im open field.

 

Schlüssel zum Sieg:

 – Time of Possession

Die beste Chance Mahomes und die Chiefs davon abzuhalten Punkte zu machen ist, dass sie gar nicht erst auf dem Feld sind. Daher sollten die Dolphins lange zeitraubende Drives spielen, damit die Defense von K.C müde wird und die Offense draußen auf der Bank bleibt. Wenn die Offense dann aufs Feld kommt, müsste die Defense alles dran setzen, einige Drives kurz zu halten, damit die Offense der Chiefs nicht in Schwung kommt. Läuft die Offense heiß und hat viele Drives (z.B. weil Miami nur 3-and outs produziert), dann kann das schnell ein „50-Burger“ werden. Wichtig ist auch, dass die „underneath“ Anspielstationen (TEs und Slot WRs) ihre  Matchups gewinnen und anspielbar sind.

Key Matchup:  Miami O -Line vs. Kansas City D-Line
Für lange Drives braucht man eine ausgeglichene Offensive. Im Pass Spiel gibt es Lücken in der Defensive der Chiefs, wenn der QB (vermutlich Tia) genügend Zeit erhält, um die freien Receiver bzw. TEs zu identifizieren. OC Gailey muss die richtigen Spielzüge im Köcher haben, um die aggressive D zu zerlegen und trotzdem sichere Anspielstationen zu bieten. Im Laufspiel müssen Lücken geöffnet werden, um den RBs eine Chance auf positive Raumgewinne zu ermöglichen. Ein Schlüssel zum Erfolg ist die beiden Stars in der D-Line unter Kontrolle zu bringen (Chris Jones und Frank Clark). Hier wird die junge O-Line alle Hände voll zu tun haben.

– Score Points (Lots of Points)

Gegen die Jets und Cincinnati endeten viele Drives mit Field Goals. Dies wird gegen den Super Bowl Champ nicht reichen. Das Team von Andy Reid erzielt ca. 31 Punkte im Schnitt. Wenn die Dolphins defense K.C. auf unter 24 Punkte hält, wäre dies schon ein Erfolg. Allerdings muss dann die Offense mindesten 25 Punkte erzielen, um das Spiel zu gewinnen. Vor allem in der Red Zone müssen TDs produziert werden. Hoffentlich hat Miami inzwischen etwas bessere Ideen statt 3 mal hintereinander zu laufen oder immer „fades“ auf den isolierten Passempfänger zu werfen.

Key Matchup: Miami QB vs. Safeties Mathieu und Soerensen
Die Chiefs wollen den Miami QB (vermutlich Tia) unter Druck setzen und zu Fehler zwingen. Hierzu nutzen sie auch Cover 0 Blitze bzw. „droppen“ wieder raus aus dem Blitz. Die Dolphins müssen hierauf vorbereitet sein und den Ball schnell und sicher passen. Soerensen blitzt oft, was dahinter 1-1 Situationen ermöglicht. Der QB muss über das Ball Placement dem WR die Chance geben, den Ball zu fangen, auch wenn nicht viel „separation“ da ist. Mathieu wird versuchen seine Coverage zu verschleiern. Hier müssen die Dolphins über Pre-snap Motion herausfinden, was er vor hat bzw. welche Coverage gespielt wird. Play-Action und Screens müssen genutzt werden, um die Defense etwas zum Zögern zu bringen.

– Take away the Go-to guys

Mahomes hat eine sehr gute Übersicht und ein brillantes Ball Placement. Allerdings versteht er sich mit zwei seiner Receiver besonders gut und produziert mit Ihnen zusammen viele Big Plays. Die Rede ist von Tyreek Hill und Travis Kelce. Miami muss versuchen, diese beiden Optionen weitestgehend aus dem Spiel zu nehmen (typische NE Strategie, die Flores vermutlich adaptieren wird), damit Mahomes mit den weniger oft genutzte Optionen 3 und 4 arbeiten muss. Zum Vergleich: Kelce und Hill haben beide über 1.000 Yards, Option 3 Hardman hat „nur“ noch 449 yards und Robinson 339 Yards.

Key Matchup: Rowe vs. Kelce und Bobby McCain vs. Hill
Idealerweise erzeugt Miami mit einem 4 Man Rush genügend Druck, um Mahomes zu schnellen Pässen zu zwingen, aber das wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht passieren. Somit kann Miami nicht Kelce und Tyreek Hill doppeln. Um Big Plays zu verhindern, wird sich Bobby McCain vermutlich darum kümmern, dass Hill die Defense nicht überläuft während Byron Jones die „underneath“ coverage übernimmt. Falls Miami einen Blitzer nutzen möchte, muss Kelce dann 1-1 gedeckt werden. Dies wird dann vermutlich Eric Rowe übernehmen, der bisher sehr gute Leistungen in TE Coverage gezeigt hat. Aber nur eng am Mann zu sein, wird ihm gegen Kelce nichts nützen. Er muss versuchen den Ball abzuwehren, bevor er gefangen werden kann oder ihn aus den Händen schlagen, bevor Kelce den Catch „completed“ hat. Das wird eine „Herkules“-Aufgabe. Wenn Miami sich für eine solche Verteidigung entscheidet, werden sie vermutlich viel in Nickel/Dime und mit 3 Safeties spielen. Wichtig wäre dann, dass Miami trotzdem noch gut gegen den Lauf spielt.

 Key Injuries (OUT oder DNP)*:

 – Miami Dolphins
DT Godchaux (IR), RB  Salvon Ahmed, Preston Williams (IR),  OG Ereck Flowers., LB Elandon Roberts, LB Kyle van Noy

– Kansas City Chiefs
OG Laurent Duvernay-Tardif (IR), OG Kelechi Osemele (IR), Mitchell Schwartz (IR), Tacio Charlton (IR), RB Damien Williams (IR), OL Yasir Durant, WR Tyreek Hill, LB Damien Wilson

* Stand des Injury Reports von Donnerstag, 10.12.2020