Review Miami Dolphins @ New England Patriots

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Das Spiel:

Woche 1 der NFL Saison 2020 liegt hinter uns und die Miami Dolphins kehren mit einer 21-11 Niederlage im Gepäck aus Foxborough, Massachusetts zurück.
Cam Newton, Quarterback der New England Patriots und Nachfolger von Future Hall of Famer Tom Brady drückte diesem Spiel sehr deutlich seinen Stempel auf und führte seine Mannschaft mit 75 Rushing Yards, 155 Passing Yards und 2 Rush Touchdowns auf die Siegerstraße.
New England ging durch einen Cam Newton Touchdown 7-0 in Führung, die Dolphins verkürzten durch ein 46 Yard Field Goal von Jason Sanders auf 7-3. Dank eines missglückten Field Goal Versuchs von New England Kicker Nick Folk ging das Spiel mit diesem Zwischenergebnis in die Halbzeit.
Cam Newton erhöhte im dritten Quarter auf 14-3, bevor Miami durch einen Jordan Howard Touchdown und eine Ryan Fitzpatrick 2-Point Conversion im vierten Quarter das Spiel noch einmal spannend machte.
Leider antwortete New England im nächsten Drive mit einem Touchdown von Sony Michel. Eine Ryan Fitzpatrick Interception in der Endzone von New England besiegelte die 21-11 Auftaktniederlage der Dolphins.

Offensive:

Die Offensive der Dolphins kam das gesamte Spiel über nicht richtig ins laufen. Die (fast) komplett neue Oline der Dolphins setzte die Blocks im Laufspiel gut, scheiterte aber öfter daran diese zu halten. Die Defensive der Patriots konnte sich zu oft schnell von Blocks lösen, um die Running Backs früh zu tackeln. Auch zeigte die Oline im Power Run Game Schwächen, weil speziell Rookie Solomon Kindley noch die Geschwindigkeit fehlte, die für einen erfolgreichen Pull nötig ist. Mit gerade einmal 87 Rus Yards in 27 Versuchen (3,2 Yards per Carry) und einem Rush Touchdown ist hier noch sehr viel Luft nach oben. Durch die fehlende Saisonvorbereitung und zwei Rookie Startern ist hier allerdings sehr viel Potential vorhanden.
Im Passspiel taten sich die Dolphins ebenfalls schwer. DeVante Parker verletzte sich früh, Preston Williams fiel hauptsächlich dadurch auf, dass er viel und folgenschwer (Interception) ausrutschte und Mike Gesicki wurde nach dem Ausfall von Parker häufig gedoppelt.
Am Ende standen für Ryan Fitzpatrick und das Air Game der Dolphins schwache 191 Yards in 30 Passversuchen (20 erfolgreich) und 3 Interceptions zu Buche.
Die Verantwortung für die 3 Interceptions teilen sich Preston Williams (ausgerutscht), Ryan Fitzpatrick (übersehen einer Underneath Coverage) und die Schiedsrichter (nicht geahndete Pass Interference).

Beste Spieler:

– Myles Gaskin
Gaskin, der überraschend den Vorzug vor Matt Breida bekommen hatte, sah im Running Game sehr gut aus, wurde von der Oline jedoch augenscheinlich im Stich gelassen.
– DeVante Parker
Parker war anfangs gefährlich, musste dann aber mit Hamstring Verletzung das Feld räumen. Hier gilt es zu hoffen, dass Parker nach einem guten letzten Jahr nicht wieder in den „Verletzungszirkel“ zurückfällt.
– Austin Jackson
Der Rookie Left Tackle lies in seinem NFL Debüt weder eine Sack noch einen Hurry oder Hit zu.

Defensive:

Miami hat in der Offseason versucht die Lauf Defensive zu verstärken. Emmanuel Ogbah und Shaq Lawson wurden mit großen Verträgen in der Free Agency verpflichtet, Raekwon Davis in der zweiten Runde gedraftet. Die Patriots attackierten von Anfang an diese neue, verbesserte Lauf Defensive der Dolphins, mit Erfolg. Miami hatte starke Probleme in der Mitte der Defensive Line, im Edge Setting der Ends und im Containment von Cam Newton.
Mit 217 Rush Yards in 42 Versuchen (5,16 Yards per Carry) und 3 Rush Touchdowns reichten den Patriots gerade einmal 19 Passversuche von denen 15 erfolgreich waren für 155 Yards.
Auch der Versuch der Dolphins im Laufe des Spiels auf mehr Cover 0 (Mannverteidigung in der Passdefensive, ohne Safety Hilfe) umzustellen, um mit “8 Man in the Box” gegen das Laufspiel der Patriots anzukommen, blieb erfolglos.
Diese Umstellung öffnete lediglich Möglichkeiten im Passspiel für Cam Newton, der gegen Cover 0 den ein oder anderen Pass anbringen konnte.

Beste Spieler:

– Christian Wilkins
Wilkins hatte einen sehr guten Tag mit 6 Tackles (2 for los), 1 Sack und zwei abgeschlagenen Pässen war er der beste und auffälligste Spieler der Dolphins Defense.
– Jerome Baker
Baker war mit 16 Tackles (1 for los), einem Sack und einem Forced Fumble der produktivste Spieler der Dolphins. Zwei unnötige personal Foul Strafen werfen einen Schatten über eine ansonsten ansprechende Leistung.
– Brandon Jones
Jones, der überraschend als Starter begann, hatte ein gutes erstes Spiel als Profi (10 Tackles).

Coaching:

Einige Entscheidungen des Miami Coaching Staffs lassen sich schwer nachvollziehen.
Sehr auffällig war zum Beispiel, dass die Defensive Ends gegen die bereits vor dem Spiel erwartete Read Option der Patriots völlig alleine gelassen wurden. Über das komplette Spiel haben die Dolphins keinen Quarterback Spy abgestellt, um Läufe von Cam Newton zu verhindern.
Auf der anderen Seite des Balles waren die Routenkonzepte durchschaubar und dadurch gelang es nicht Gesicki, Parker und Williams in aussichtreiche 1 gegen 1 Situationen zu bringen. Oft endeten die Routen aller Receiver auf der gleichen Höhe und/oder zu nahe beieinander, sodass die gegnerischen Cornerbacks und Safetys sehr schnell reagieren und einander aushelfen konnten.
Auch das Zeitmanagent im vierten Quarter war sehr schlecht und bedarf Aufmerksamkeit.

Fazit:

Die Dolphins müssen möglichst schnell einen Weg finden das Gegnerische Laufspiel zu stoppen. Speziell gegen Read Option-  und Designed Quarterback Runs muss eine Lösung gefunden werden. Sollte den Dolphins das misslingen, wird diese Saison lang (und hart).
Mit Josh Allen (2x), Russel Wilson, Kyler Murray, Patrick Mahomes und erneut Cam Newton haben wir noch einige Gegner vor uns, die versuchen werden, Miami mit dem gleichen Gameplan wie New England zu knacken.
Offensiv muss sich das Run Blocking der Offensive Line deutlich verbessern, um Kontrolle über das Spiel und die Uhr zu erlangen und Optionen im Passspiel zu öffnen. Das Passspiel der Dolphins muss variabler und besser werden. Die Passempfänger scheinen im Moment überraschend schwach und möglicherweise müssen die Dolphins hier noch einmal nachbessern. Sollte sich Parker, Gesicki oder Williams schwer verletzen, ist die Saison vermutlich gelaufen.
Trotz einer sehr schlechten Leistung von Ryan Fitzpatrick ist der Ruf nach Tua verfrüht. Durch die verkürzte Saisonvorbereitung und die fehlende Pre Season ist die OLine der Dolphins noch nicht gefestigt und ein Einsatz Tua´s zu einem so frühen Zeitpunkt viel zu riskant.