Miami Dolphins @ Buffalo Bills

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Das Match:

Im “Playoff-Spiel” für die Playoffs müssen die Miami Dolphins in den Westen des Bundestaats New York reisen und gegen die Erstplatzierten der AFC East,  die Buffalo Bills, antreten. Während das Team von HC Sean McDermott schon für die Playoffs qualifiziert ist, wäre ein Sieg für das Team aus Florida die einzige Möglichkeit, um sich aus eigener Kraft für die Playoffs zu qualifizieren. Bei einer Niederlage ist man auf Schützenhilfe andere Teams angewiesen, wobei hier die Sterne nicht gerade günstig stehen. Der direkte Playoff-Konkurrent Cleveland spielt gegen Pittsburgh, die wohl anscheinend einige Starter (u.a. QB Roethlisberger und OC M. Pouncey) schonen wollen. Die anderen beiden „Konkurrenten“ Indianapolis (gegen Jacksonville) und Baltimore (gegen Cincinnati) haben „vermeintlich“ leichte Gegner. Ob Buffalo ihrerseits einige Spieler schont ist aktuell unklar. Ein Sieg gegen Miami würde einerseits den Heimvorteil bis einschließlich Conference Halbfinale sichern und ein „Sweep“ gegen die Dolphins ist auch sehr verlockend, andererseits kann es sein, dass die Spieler der Bills doch eher versuchen Verletzungen zu vermeiden und daher nicht den letzten Einsatz bringen, wie es die Dolphins hoffentlich tun. Das Wetter ist für die Dolphins und ihren jungen QB Tua denkbar ungünstig, denn es soll um die 0 Grad Celsius geben mit leichten Schneeschauern. Laut eigener Aussage hat Tua noch nie im Schnee gespielt und eine Premiere im wichtigsten Spiel der Saison ist nicht unbedingt ein Vorteil. Für die Dolphins wird es ein Charakter-Test, denn die Buffalo Bills sind sehr stark und aktuell in Höchstform. Um Sie zu bezwingen, werden die Dolphins eine besonders gute Leistung abliefern müssen und vor allem 120% Einsatz bringen.

Der Gegner:

Die Buffalo Bills haben sich seit der ersten Begegnung in Spiel-Woche 2 signifikant gesteigert und sind Dank einer sehr guten Offense (Platz 4 in Total Offense und Platz 2 in Passing Offense) und guter Defense (Platz 10 Total Defense, Platz 8 Passing Defense) aktuell eines der besten Teams in der Liga (in fast allen Power Rankings in den Top 3). Das Team ist sehr gut gecoached und sowohl OC Brian Daboll als auch DC Leslie Frazier werden aufgrund ihrer hervorragenden Leistungen als Headcoach Kandidaten für das Jahr 2021 gehandelt. Die letzten 5 Spiele hat Buffalo souverän gewonnen und hätte es nicht in Woche 10 gegen Arizona eine, aus Sicht von Buffalo, sehr unglückliche Last-Second-Niederlage durch einen extrem spektakulären „Hail-Murray“-Catch von DeAndre Hopkins geben, dann wäre die letzte Niederlage in Woche 6 gegen den SB Champ K.C. Chiefs gewesen.

Die Offensive der Bills wird von 3rd Year QB Josh Allen angeführt, der in diesem Jahr einen gewaltigen Leistungssprung absolviert hat und zurecht nicht nur in den Pro Bowl gewählt wurde, sondern auch in der MVP-Diskussion erwähnt wird. Er hat nicht nur hervorragende Stats  (34 TD/9INT; 4320 Yards Passing; 106,4 Passer Rating; 418 Rush Yards; 8 Rushing TDs), sondern fügt der Offense durch seine Athletik und Pocket Awareness den entscheidenden „X-Factor“ hinzu, den sie so gefährlich macht. In Kombination mit der guten O-Line kann er dem Druck sehr oft gut ausweichen und zusätzlich Zeit „erkaufen“, bis die Receiver frei sind (er hat eine sehr hohe „Time to Throw“ mit 3,06 Sekunden; nur Baker Mayfield hat mehr unter allen QB, die mehr als 200 Pässe geworfen haben) oder selbst ein First Down per QB Run erzielen. Wenn ein QB so viel Zeit hat, ist es sehr schwer irgendeinen NFL Receiver so lange zu decken. Leider spielt bei Buffalo nicht nur irgendein NFL Receiver sondern mit Stefon Diggs einer der Besten „Go-To“-Receiver (Platz 4 PFF; 120 Catches für 1.459 Yards; 8 TDs; 0 Fumbles; ~ 76% Catch Rate; 35% aller Pässe gehen zu Ihm) und mit Cole Beasley einer der besten Slot Receiver (82 Catches für 967 Yards; 4 TDs, 75% Catch Rate und 4,5 Yards after Catch). Es ist eine Herkules-Aufgabe diese Offense im Zaum zu halten, denn man braucht Druck für QB Allen, einen QB Spy, um ihm am „Scramble“ zu hindern und Double Coverage für Stefon Diggs, sowie einen tiefen Safety, um Big Play zu verhindern. Leider dürfen nur 11 Verteidiger auf das Feld und somit ist der gegnerische DC in der Zwickmühle. Erschwerend hinzu kommt, dass OC Daboll sehr oft die richtigen Spielzüge auswählt bzw. QB Allen zur Auswahl stellt, um die Verteidigung auszuhebeln. Vor allem in Man-Coverage sind die „Crossing Routes“ von Srefon Diggs sehr gefährlich, was Miami schon im ersten Spiel schmerzlich erfahren durfte. Die Offense ist sehr variable und spielt von klassischem „under center“ inkl. Playaction, RPO und Read-Option bis hin zu Shotgun mit Empty Set (RB stellt sich als 5ter Receiver auf; oft ganz außen isoliert, um ein 1-1 gegen einen LB zu erzwingen). Hier ist eine sehr gute Kommunikation in der Defense nötig.

Die Verteidigung der Bills spielt Nickel (4-2-5) als Base Defense, in der Milano und Edmunds die beiden LB-Positionen besetzen und beide sehr gut spielen (Edmunds wurde in den Pro Bowl gewählt). Die D-Line ist gut gegen den Pass und generiert viel Druck (DEs Hughes und Addison jeweils 5 Sacks; DT Ed Oliver sehr guter „Penetrator“ mit 3 Sacks), hat aber Schwächen gegen den Lauf ( Lauf Defense Platz 20; gegen N.E. 145 Lauf Yards abgegeben, obwohl N.E. in der zweiten Halbzeit oft gepasst hat). Durch die aggressive und „gap-penetrating“ Defense hat die gegnerische Offense zwar recht wenig Zeit und durch die nicht sehr tief stehenden Safeties ist wenig Platz für kurze Pässe, aber dafür gibt es Chancen für RB Screens und Inside Counter Runs, sowie tiefe Pässe, wenn man dem Druck standhalten oder ausweichen kann. Die Secondary der Bills ist sehr gut und hat mit CB T. White und den Safeties Hyde und Poyer einige Hochkaräter in ihren Reihen. Pro Bowl CB White hat eine hervorragen de Technik und ist in der Lage gegnerische Top WRs aus dem Spiel zu nehmen. Die ganze Secondary tackled sehr gut und sicher und es ist recht schwer Yards after Catch zu erzielen. Die Bills verwenden viele verschiedene Coverages und machen es somit gegnerischen QBs schwer, sich vorab auf Tendenzen einzustellen (Matt Bowen veröffentlicht regelmäßig Coverage Tendenzen mit Top 5 und Bottom 5 je Coverage Typ z.B. Cover –One (Man Coverage) etc.; hier taucht Buffalo nirgends auf). Die Special Teams von Buffalo sind auch sehr gut. Andre Roberts ist ein Top Kick-off  und Punt Returner und sorgt regelmäßig für gute Feldposition der Bills.

 

Schlüssel zum Sieg:

 – Dominate the Ground Game 

Buffalo hat in der Saison und z.B. gegen N.E. letzte Woche schwächen in der Laufverteidigung gezeigt. Des Weiteren wird das Wetter kalt, nass und schmuddelig. Wenn Miami ein gutes Laufspiel aufziehen kann, kann das Risiko von Turnovers minimiert werden, es wird etwas Druck von Tua genommen und die explosive Offense von Buffalo kommt nicht auf das Feld. Zudem hilft ein extrem physisches Auftreten (pound the ball) der Defense die Laune zu verderben, denn man möchte sich ja vor den Playoffs nicht verletzen. Die Dolphins hingegen haben nichts zu verlieren.

Key Matchup:  O-Line vs. D-Line
In der Miami O-Line trainieren wieder alle Spieler und Miami kann hoffentlich die besten 5 Spieler auf das Feld schicken. Diese müssen dann die Löcher für Myles Gaskin frei blocken, damit er Läufe für positive Yards erzielen und dem Laufspiel seinen Stempel aufdrücken kann. Manchmal kann es auch Sinn machen, die One-Gap-Penetrator durchzulassen und dann einen Counter in die entstandene Lücke zu laufen.

– Stretch the Field

Gegen N-E. hat Buffalo den Arm bzw. das tiefe pass-Spiel von Cam Newton kaum respektiert und versucht das kurze/mittlere Pass-Spiel dicht zu machen, was hervorragend gelang. Da Tua aktuell kaum tiefe Pässe wirft, werden die Bills auch diese Woche eine ähnliche Strategie fahren. Miami muss versuchen tiefe Pässe anzubringen, damit die Secondary etwas tiefer steht und somit auch wieder Platz für Läufe und kurze/mittlere Pässe ist.

Key Matchup: Tua vs. Secondary
Dies wird ein Test, ob Tua aus den letzten Wochen gelernt hat. Die gegnerischen Teams machen Druck und versuchen gleichzeitig das kurze Pass-Spiel wegzunehmen. Tua muss die Coverages schnell identifizieren und auch mal tiefe Pässe riskieren. Dies gilt auch dann, wenn die Receiver nicht 100% frei sind. Er muss die Bälle so platzieren, dass nur der Receiver den Ball fangen kann, auch wenn er „gedeckt“ ist. Idealerweise kann er mit Hard Counts und Pre-Snap-Motion Blitze und Coverages identifizieren, sonst wird es eng für ihn. Natürlich müssen auch die Receiver ihren Beitrag leisten und nicht nur anspielbereit sein, sondern die Bälle auch fangen!

 – Contain Stefon Diggs

Die QB-WR Kombination Allen-Diggs ist vermutlich eine der gefährlichsten in der Liga und muss auf jeden Fall gestoppt werden. Selbst wenn Allen nicht spielen sollte (vielleicht wird er geschont), so ist Diggs dennoch die Top Anspielstation der Bills. Wenn er aus dem Spiel genommen wird und Beasely verletzt ausfällt (so der bisherige Stand), dann wir der QB (vermutlich Allen) gezwungen sein, „unbeliebtere“ Anspielstationen zu identifizieren und zu nutzen.

Key Matchup: CB Howard/S McCain vs. Stefon Diggs
Miami wird vermutlich ihren besten CB mit der Aufgabe betrauen, Diggs zu decken. Wenn jemand eine Chance hat, dann vermutlich „X“. Jedoch wird er je nach Route und Zeit des QBs Hilfe benötigen. Vor allem in Man-Coerage nutzen die Bills bei Crossing Routes/Slants immer wieder geschickt „traffic“, damit der CB dem WR nicht folgen kann. Hier müssen die Safeties aufpassen und aushelfen, damit keine Big Plays entstehen (wie im ersten Spiel gegen die Bills). Vielleicht kann man so Incompletions erzwingen, damit die Bills Offense bei third down vom Feld gehen muss.

 

Key Injuries (OUT oder DNP)*:

 – Miami Dolphins
DT Godchaux (IR), LB E. Roberts (IR), QB R. Fitzpatrick, WR. P. Williams,   

– Buffalo Bills
DT S. Lotulelei (IR), CB E.J. Gaines (IR), CB C.Lewis (IR), LB D. Philips (IR), OT C. Ford (IR), WR I. Hodgins (IR),  WR C. Beasley, G J. Feliciano, TE R. Gilliam

* Stand des Injury Reports von Freitag, 01.01.2021