Cincinnati Bengals @ Miami Dolphins

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Das Match:

Zum sechsten Heimspiel der Saison empfängt Miami Gäste aus Cincinnati. Die 2-8-1 Bengals reisen als klare Außenseiter nach Florida ( +11,5 Punkte), obwohl die Dolphins in den letzten beiden Spielen ebenfalls nicht unbedingt überzeugten. Dennoch ist dieses Match ein „must win“ für das Team von HC Brian Flores. Alles andere als ein überzeugender Sieg wäre eine herbe Enttäuschung und ein schlechtes Omen für schweren Spiele im Dezember.

 

Der Gegner:

Die Bengals beendeten die Saison 2019 unter dem neuen HC Zach Tylor mit 2-14 und wählten mit dem „first pick overall“ LSU QB Joe Burrow, der in 2019 eine überragende College-Saison spielte. Er soll  als Franchise QB das Team nach 4 Jahren wieder zurück auf die Siegerstraße und in die Playoffs führen. Allerdings ist das Team momentan noch im Wiederaufbau. Es wurden zwar schon einige gute „Skill Players“ der Offense hinzugefügt, aber in der O-line und auch in der defensiven „Front 7“ fehlt es noch an Talent, um voran genannten Ziele zu erreichen. Daher ist auch die 2020er Saison von mäßigem Erfolg gekrönt und durch die schwere Verletzung von Burrow fehlt nun auch noch der Lichtblick bzw. die treibende Kraft in der Offense.

Die Offensive der Bengals rangiert im unteren Drittel in fast allen Kategorien der NFL (z.B. Platz 24 Total Yards; Platz 29 Rush Yards; Platz 26 Scoring; Platz 29 third Down conversion). Diese Stats wurden Großteils mit Joe Burrow erzielt. Durch seine Verletzung startet seit letztem Spieltag Brandon Allen, der gegen die Giants kein gutes Spiel ablieferte. Aufgrund des geringen „sample size“ gibt es noch keinen richtig guten „scouting report“, allerdings ist der ehemalige 6 round pick in vier Berufsjahren bereits bei dem vierten Team und hat bisher 4 Starts mit einem Karriere Passer Rating von ca. 68 abgeliefert.  Giants CB Logan Ryan sagte über ihn, dass er zwar gute „pre-snap“ reads machen würde, aber große Probleme bei den „post-snap“ reads hätte, wenn die Dinge „hektisch“ werden. Aktuell fehlt Allen noch die Chemie mit den WRs, was zu vielen 3-and-outs gegen die Giants führte. Zach Taylor lässt in der Offense viel Shotgun mit 10 Personal spielen, damit Allen etwas mehr Übersicht hat und damit die besten Playmaker zusammen auf dem Feld sind (WRs AJ Green, Tyler Boyd und Tee Higgins sowie RB Giovanni Bernard). Da AJ Green diese Saison noch nicht so richtig in die Offense eingebunden ist (seine 43,7% Catch Rate bei 80 Targets ist einer der schlechtesten Werte der gesamten Liga; 357 Yards und 1 TD), sind die Go-To Receiver Boyd und Higgins. Vor allem slot recveiver Boyd hat bisher eine sehr gute Saison (72 catches für 725 yards; 77,5% catch ratio; 3 TDs). Auf ihn kommen viele Pässe „underneath“ in die Zone zwischen LBs und Safeties. Nach Playaction versuchen die Bengals gerne „deep shots“ die meist an Tee Higgins adressiert sind. Das Laufspiel der Bengals ist zur Zeit sehr schlecht (3,9 yards pro attempt), was nur zum Teil auf das schlechte Lauf Blocking der Oline zurückzuführen ist. Durch die Verletzung von Joe Mixon ist nun Bernard der featured RB, obwohl dieser eher ein third down RB ist Außerdem spielen viele Teams mit 8 man Box gegen Cincinnati, um die jungen, unerfahrenen QBs zum Passen zu zwingen. Die Oline gibt den QBs weder die nötige Zeit (Burrow „time to throw“ war 2,65), noch die nötige Sicherheit (38 Sacks, Platz 31 der Liga), um die freien Receiver  konstant zu finden und anzuspielen.

Die 4-3  Base Verteidigung der Bengals hat große Probleme in der Laufverteidigung (Platz 31) und gibt im Schnitt 4,8 Yards pro Versuch ab. Besonders eklatant sind die 2,5 yards „after contact“, die gegnerische RB gegen die Bengals erzielen können (auch hier Platz 31). Allerdings haben sie durchaus Erfahrung im Spiel gegen RPO und hielten QBs Daniel Jones, sowie Lamar Jackson weitestgehend in Schach. Gegen den Pass generiert die Front 4 kaum Druck (13 Sacks, Platz 30), daher müssen sie oft blitzen. Die Secondary spielt mit Vorliebe Cover 1 (43%), gefolgt von Cover 3 mit 17%. Wenn bei Cover 1 geblitzt wird, spielt die Secondary 1-1 gegen die WRs und TEs wo sie immer wieder big plays zulassen ( 41 plays über 20 yards zugelassen; Platz 30). In der Secondary stehen zwar einige talentierte Spieler im Lineup (Nickle CB Mackensie Alexander und die Safeties Jessie Bates III sowie Vonn Bell), aber den fehlenden Pass Rush können sie nicht kompensieren. CB LeShaun Sims scheint die Schwachstelle in der Secondary zu sein, er machte gegen die Giants kein gutes Spiel. Die Linebackers sind nicht nur schlecht gegen den Lauf, sondern überreagieren oft auf Play Action und haben Probleme bei der Coverage von TEs (gegnerische TEs machen 59 Yards pro Spiel; Platz 31).

 

Schlüssel zum Sieg:

 – Balanced Offense

Da die Bengals Defense sehr schwach gegen den Lauf verteidigt, sollte man das Laufspiel nicht vernachlässigen. Zum einen ist es ein guter Zeitpunkt, um daran zu arbeiten und zum anderen kann man somit auch besser das Play Action Spiel vorbereiten. Wenn das Laufspiel gut funktioniert, dann braucht man kein unnötiges Risiko durch zu viele Pässe gehen. Falls die Bengals den Safety in die Box holen, haben Parker, Gesicki und Co mehr Platz und Chancen im 1-1

Key Matchup:  Miami O -Line vs. Bengals D-Line
Zum einen muss die O-Line von Miami die nötigen Löcher für das Laufspiel aufreißen und zum anderen in Pass Protection dem QB die nötige Zeit zum Passen verschaffen. Gegen eine schwache Bengals Defense sollte man eine gute Performance erwarten können. Achtung: Beim Blitz nutzen die Bengals oft auch stunts, was bisher eine Schwäche der Miami O-Line  war.

– Defense: three – and out (short drives)

Cincinnati hat zwar gute WRs, aber mit dem neuen QB Allen noch keine Chemie bzw. Timing. Idealerweise hält die Defense die Bengals Drives kurz und lässt sie erst gar nicht in Fahrt kommen. Hierzu muss die Lauf Defense gut halten, damit es 3-and-long Situationen gibt. Dann kann die Miami Defense ihre Stärken in der Coverage Disguise und den exotischen Blitzes ausspielen, um QB Allen zu irritieren. Dann sind schnelle 3-and-out sowie Turnovers möglich.

Key Matchup: Xavien Howard vs. Tee Higgins und Nik Needham vs. Tyler Boyd
Cincinnati weiß, dass Miami QB Allen unter Druck setzen möchte und wird versuchen, die 1-1 Situationen in Big Plays zu verwandeln. Allerdings müssen sie hierzu die starke Secondary der Dolphins bezwingen. Miami muss aber auch gut tacklen in der Secondary, da Cincinnati oft WR Screens spielt und hofft, dass die WRs die tackles brechen.

– Stay Alert!

Der letzte Punkt ist zwar sehr allgemein, jedoch sehr wichtig. Das Spiel gegen die Bengals könnte ein sogenanntes „Trap Game“ sein, .d.h. ein Spiel, dass man nicht wirklich ernst nimmt, weil man denkt, dass man es schon gewonnen hat (und schon an den nächsten „echten“ Gegner denkt). Miami darf Cincinnati nicht unterschätzen und leichtsinnig werden. Die Bengals wollen gewinnen und werden alles daran setzen. Gegen die Giants haben defensive Turnovers sowie Special Teams Big Plays die Bengals lange im Spiel gehalten. Miami muss Turnover vermeiden (keine Fumbles wie gegen die Jets) und auch ein wachsames Auge auf Trickspielzüge haben (Cincinnati hat im letzten Spiel einen  Fake Punt durchgezogen).

Key Injuries (OUT oder DNP)*:

 – Miami Dolphins
DT Godchaux (IR), RB  Myles Gaskin (IR), Preston Williams (IR), RB DeAndre Washington

– Cincinati Bengals
QB Joe Burrow (IR),  Joe Mixon (IR), CB Trae Waynes, NT D.J. Reader, CB CB Tony Brown, DT Christian Covington, G Alex Redmond, S Brandon Wilson

* Stand des Injury Reports von Donnerstag, 03.12.2020